Radsport in Göllheim -

eine über 100-jährige Geschichte


Bereits Ende des 19. Jahrhunderts wurde in Göllheim der erste Radsportverein All Heil Donnersberg 1898 gegründet. Vereine waren zu jener Zeit immer an bestimmte Bürger-geschichten geknüpft; so ist es nicht verwunderlich, dass sich bereits 1911 der zweite Radfahrverein gründete: Germania 1911. Damit nicht genug, wurde 1927 der RV Falke der dritte Radsportverein im Dorf. Göllheim konnte nun auf drei Radsportvereine schauen. Jeder dieser Vereine hatte sein eigenes Vereinslokal und seine eigene individuelle Standarte. Im Verein Germania 1911 fuhr auch einer der zu dieser Zeit wohl erfolgreichsten Rennfahrer, Karl Matheis aus Göllheim.

In den 20er und 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurden in Göllheim regelmäßig Radrennen durchgeführt: Kriterien auf dem Dreieckskurs „Rund um das Königskreuz“ und Straßenrennen auf der Strecke Göllheim – Rüssingen – Bubenheim – Göllheim. Nach dem 2. Weltkrieg unternahmen einige begeisterte Radsportler einen Neubeginn und organisierten Radrennen. Am 16.05.1953 kam das vorläufige Aus für den Radsport, als das auf der Aschenbahn des Sportplatzes am Kriegsberg durchgeführte Rennen im Dauerregen versank. 


Erst die 1986 gegründete Radsportabteilung im TuS Göllheim knüpfte an die Göllheimer Radfahrtradition an und veranstaltete am 10.04.1988 erstmals wieder ein Rennen im Ort, das „Königskreuzradrennen“. 

 

Im Premierenjahr 1988 war der alte Dreieckskurs wegen Straßenbauarbeiten gesperrt. Daher musste man auf einen 1,5 km langen Alternativkurs ausweichen. So wurde das Rennen auf der Gutenbergstraße gestartet, führte dann über die Kloster Rosentalstraße, Altstraße, Schillerstraße, La Clayetter Straße wieder auf die Gutenbergstraße. Nach einer frostnacht erblickten die Fahrer jedoch am Renntag strahlenden Sonnenschein. Eine ansprechende Festschrift, größtenteils von der Göllheimer Geschäftswelt durch Anzeigen finanziert, informierte umfassend über den Zeitplan und die Teilnehmer. Es gingen insgesamt 408 Meldungen ein, davon entfielen 106 auf das Hauptrennen. Um 14:40 Uhr fiel der Startschuss für das 40 Runden lange Rennen der A/B/C-Amateure. Überschattet wurde der Renntag von einem Zwischenfall, bei dem eine unaufmerksame Zuschauerin in das Fahrerfeld lief. Die beteiligten kamen weitestgehend mit dem Schrecken davon.

Dieses Kriterium wurde seit der zweiten Austragung auf dem Dreieckskurs Königkreuzstraße – Gutenbergstraße – Dreisenerstraße ausgetragen; es zieht jedes Jahr viele Rennfahrer aus nah und fern an, darunter auch Weltmeister, Europameister und Olympiasieger.

Das Video zeigt Aufnahmen vom 2. Königskreuz-rennen aus dem Jahr 1989.


Um dem Radsport in Göllheim eine weitere Entwicklung bieten zu können, kam es im November 1997 zur Gründung des Radsportvereins Falke Donnersberg e. V. Göllheim.

Aus historischen Gründen hatte man die Namen Falke und Donnersberg gewählt, um an Traditionen anknüpfen zu können. Nach der Neugründung hatten sich Heinrich Mager, der damalige 1. Vorsitzende des TuS Göllheim, und Jens Peter Breunich darum bemüht, die Standarten der beiden Vereine Falke und Donnersberg wieder nach Göllheim zu bekommen. Sie wurden lange Zeit von Ludwig Grohe in Göllheim aufbewahrt, bis er sie in den 70er Jahren in das Radsportmuseum nach Bolanden gab. Die Standarten wurden nach einigen Verhandlungen dem RV Falke Donnersberg e. V. Göllheim übergeben. Diese zum Teil über 100 Jahre alten bedeutenden Zeugnisse der Göllheimer Radsportgeschichte waren in einem solchen Zustand, in dem sie dringend restauriert werden mussten.


Dieses Vorhaben konnte der Verein schließlich 2002 durchführen, das Ergebnis dieser Restauration ist überwältigend. Sie strahlen jetzt wieder in ihrer ursprünglichen Schönheit. Sie sind ein Zeugnis dafür, mit welchem Aufwand und Hingabe man sich zu jener Zeit einer Standarte zugehörig fühlen musste, ansonsten wären solch aufwendige Stickereien und Verzierungen mit Symbolen der damaligen Zeit nicht zu verstehen. Die dritte Standarte des Radsportvereins „Germania 1911“ befindet sich ebenfalls in Göllheim.

Auch sportlich sind die Göllheimer Radsportler immer wieder für außergewöhnliche Leistungen gut. So fuhren im Jahr 1990 Radsportler des TuS Göllheim mit dem Fahrrad zur Partnergemeinde La Clayette nach Frankreich. 10 Jahre später fuhr der RV Falke Donnersberg e. V. Göllheim in einer Etappenfahrt über 1405 km mit dem Fahrrad zur Partnergemeinde Marano Equo in Italien.

Zum ersten Mal in der Göllheimer Radsportgeschichte wurde 2003 eine Gemeinschaftsaktion der Vereine Nordpfalz unter der Leitung des RV Falke Donnersberg e. V. Göllheim durchgeführt, dies war die Südwestmeisterschaft im Einzelzeitfahren des Landesverbände Rheinland-Pfalz und Saarland, bei der rund 260 Rennfahrer an den Start gingen. Bis heute wurden die Landesmeisterschaften im Einzelzeitfahren insgesamt zehn mal in Göllheim ausgetragen.

Im Mai des Jahres 2010 folgte dann erstmals die Austragung der Rheinland-Pfalz- und Saarland-Meisterschaften im 1er Straßenfahren. Diese wurden auf dem 9 km langen Rundkurs  Göllheim – Rüssingen – Biedesheim – Göllheim veranstaltet. Die Zielanfahrt führte vorbei an der ehemaligen Feuerwehr, über die kurze – aber steile – alte Heeresstraße.

Im folgenden Jahr wurden die Landesmeisterschaften ersatzweise erneut in Göllheim, auf gleicher Strecke, ausgefahren. Das Rennen trug den Titel „Rund um den Gundheimer Hof“.


Im Jahr 2013 wurde wieder eine neue Veranstaltung ins Leben gerufen, die Göllheimer Winter-CTF. Ein Foto aus dem Premierenjahr zeigt wirklich winterliche Bedingungen. Mittlerweile erfreut sich die Winter-CTF großer Beliebtheit.


Ein Jahr später folgte ein weiterer Meilenstein. Im Jahr 2014 wurde der Göllheimer StoppOmat eröffnet. Dies war ein Projekt des RV Falke Donnersberg in Kooperation mit der Verbandsgemeinde Göllheim und dem Touristik-Verband. In den ersten beiden Jahren veranstaltete der RV ein Gewinnspiel, bei dem jeder Nutzer des StoppOmat die Chance hatte ein Mountainbike zu gewinnen. Auch für die kommenden Jahre ist der Verein um die Weiterführung des Gewinnspiels bemüht.


Im Jahr 2015 wagte man in Göllheim einen, nicht unumstrittenen Schritt, im Bereich der Rad-Touristik-Fahrten. Erstmals wurde in Rheinland-Pfalz eine RTF-Strecke nicht ausgeschildert. Viele dieser Veranstaltung sind bereits Geschichte und daher wechselte man von den alten Wegweisern hin zu einer via GPS verfügbaren Streckenführung. Eine große Hürde für den Fortbestand von kleinen Rad-Touristik-Veranstaltungen, könnte so zukünftig beseitigt werden. Selbstverständlich wurde an diesem Tag viel diskutiert, über das Pro- und Kontra dieser Art der RTF-Durchführung, doch genau diese Diskussion wird dem Sport in Zukunft nutzen.

Eine Baustelle in der Königskreuzstraße sorgte im Jahr 2016 für frischen Wind beim Königskreuzrennen. Der Renntermin musste vom Frühjahr in den Sommer verlegt werden. So fand am 16. Juli 2016 zum ersten mal ein Abendrennen in Göllheim statt. Die letzten 10 Runden des  Hauptrennens  wurden in der Nacht


unter der Straßenbeleuchtung gefahren. Zuvor wurde der Rennabend mit einem Sprint-Turnier in der Königskreuzstraße eröffnet. Nur wenige Wochen nach der Sommerpremiere des Königskreuzrennens feierte auch unsere erste Sommer-CTF Premiere. Am 27. August 2016 führte die erste Göllheimer Sommer-CTF unter Anleitung von Uwe Tomm über 67 km durch den Göllheimer Wald. Die 4 Punkte Runde war eine Erweiterung der bereits existierenden Winter-CTF. 

Aber auch in Zukunft wird es im Göllheimer Radsport immer wieder Höhepunkte geben, an die Zuschauer, Veranstalter und Teilnehmer lange zurückdenken werden.